Immunität

Von dem Begriff “Immunität” hat heute schon fast jeder Mensch einmal etwas gehört, denn er kommt in verschiedenen Bereichen vor – und auch in den Tagesnachrichten oder in Zeitschriften kommt das Wort Immunität vor. Doch was ist Immunität eigentlich, wofür wird sie verwendet und welche Bedeutung hat sie?

Die Bedeutungen von Immunität

Immunität gegenüber bestimmten Krankheitserregern.

Immunität gegenüber bestimmten Krankheitserregern.

Das Wort Immunität kommt ursprünglich aus dem lateinischen “immunes”, was übersetzt “frei” bedeutet. So konnten Bürger Immunität erlangen und waren von Steuerabgaben und allen zu erbringenden Leistungen befreit und genossen schon im Römischen Reich “immunitas”, also Immunität. Sie waren unangreifbar für Steuereintreiber und deren Häscher, denn keiner konnte von ihnen Abgaben, auch nicht von Ländereien oder Ernten, einfordern. Es gibt aber noch weitere Bereiche, in denen Immunität eine Rolle spielt: erstens in der Medizin, zweitens in der Politik, drittens in der Diplomatie.

  • In der Medizin kommt uns der Begriff Immunität wohl am häufigsten vor, denn hier bedeutet er, dass man gegen Krankheiten und deren Erreger immun oder durch Impfung immun geworden ist. Der Körper hat sich mit der Krankheit auseinandergesetzt und eigene Stoffe entwickelt, diese Krankheit oder Gifte zu bekämpfen. Kommt diese Krankheit wieder, dann kann sie einem nichts mehr anhaben, weil man immun geworden ist. Als bekanntestes Beispiel seien hier die Masern erwähnt – wer sie einmal hatte, wird gegen sie immun. Das gilt auch in der Biologie, wenn Pflanzen gegen ein bestimmtes Gift oder eine Erkrankung immun geworden sind.
  • In der Politik wird den Amtsträgern des Bundes und der Länder sowie dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler Immunität zum Schutz vor möglicher Strafverfolgung gewährt, um den parlamentarischen Ablauf nicht zu gefährden und die Regierung handlungsfähig zu halten. Diese Immunität behält er in der Regel ein Leben lang – doch kann diese vom Bundestag aufgehoben werden, wenn eine erhebliche Straftat vorliegt, wie bei Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord, Landesverrat etc.
  • Das diplomatische Recht ist bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt und soll den Diplomaten bzw. Botschafter auch vor administrativer (verwaltungsrechtlicher) Verfolgung schützen. Da ein Diplomat/Botschafter als Handelsbefugter die Interessen des Heimatlandes in einem anderen Land vertritt und auch freundschaftliche Beziehungen zum Gastland pflegen soll, benötigt er besonderen Schutz. Diesen erhält er durch Akkreditierung (Beglaubigungsschreiben des Heimat- und Gastlandes), so kann er dort weder verfolgt noch strafrechtlich belangt werden. Ebenso stehen auch die Post, Akten und Gepäck unter diesem Schutz und dürfen ebenfalls nicht durchsucht werden. Hat ein Diplomat/Botschafter eine schwere Straftat begangen, so kann er ausgewiesen und im Heimatland vor Gericht gestellt werden. Durch die Immunität soll ebenso gewährleistet werden, dass im Krisen- oder Kriegsfall eine unbehelligte Rückreise ins Heimatland möglich ist.

Schutz, aber kein Freibrief

Trotz der unterschiedlichen Bereiche – ob in der Medizin oder in der Politik – bedeutet Immunität, einen gewissen Schutz zu haben, sei es ein Schutz vor Krankheit oder administrativer und strafrechtlicher Verfolgung. Dieser Schutz ist richtig und wichtig, aber ebenso wichtig ist, dass die Immunität kein Freibrief ist und Politikern und allen anderen Amtsträgern wieder entzogen werden kann.

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